Umgang mit dem Pferd

Das Projekt „Umgang mit dem Pferd“ wird nun seit 2005 in Zusammenarbeit der Herderschule mit dem Reitverein der TU Darmstadt äußerst erfolgreich durchgeführt. Vielen Schülerinnen und Schülern kann dadurch die Möglichkeit gegeben werden, mit einem Pferd in Kontakt zu kommen. Ermöglicht wurde diese besondere Förderung sprachbehinderter bzw. hörgeschädigter Kinder durch die Kostenübernahme durch die Darmstädter Sportstiftung und das Land Hessen im Rahmen von Förderung der Zusammenarbeit von Schulen und Sportvereinen.  

Die Grundlage des Projekts ist eine Zielsetzung ähnlich der des heilpädagogischen Reitens. Der Umgang mit dem Pferd möchte die Kinder individuell- je nach Bedürfnislage- ganzheitlich unterstützen, fördern und begleiten.  

Dieses Projekt wird mit den Schülern und Schülerinnen der 3. Klassen durchgeführt. Jedes Kind dieser Jahrgangsstufe bekommt die Möglichkeit, sieben Wochen lang, einmal wöchentlich eineinhalb Stunden den Umgang mit dem Pferd kennen zu lernen und Vertrauen zum Pferd zu bekommen. Jeweils mittwochs im Anschluss an den Unterricht werden jeweils 6 Kinder mit einem Bus des EADs von der Herderschule zur Reitanlage des Reitvereins der TU – Darmstadt transportiert. Dort werden sie von einer Lehrerin der Herderschule und von der Trainingsleiterin Frau Gill und einer weiteren Reitlehrerin erwartet.

Nach dem Reiten werden die Kinder wieder von einem EAD – Bus abgeholt und nach Hause gebracht. Kinder, die nicht im Stadtgebiet wohnen, bringt der Bus zur Herderschule, wo sie umsteigen in das Transportmittel, das sie schließlich nach Hause fährt. Zusätzliche Transportkosten entstehen so nicht.

Folgende Inhalte bilden die Grundlage der 7 Reitstunden:

Kennen lernen der Reitanlage

Erster Kontakt zum Pferd

Putzen des Pferdes

Führen eines Pferdes im Gelände und durch einen speziellen Parcour

Führen eines Mitschülers auf dem Pferd

Übungen auf dem Pferd, das longiert wird, im Schritt, Trab und Galopp mit dem Voltigiergurt

Im Gelände auf dem Pferd geführt werden

Reiten an der Longe im Schritt, Trab und Galopp mit Sattel

Durch dieses Projekt mit den benannten Inhalten werden die Schülerinnen und Schüler auf verschiedenen Ebenen gefördert. So finden zum einen basale Wahrnehmungsförderung, Förderung der Motorik, auf der sozial-emotionalen Ebene und der Sprache  statt. Zudem wird das soziale Miteinander unterstützt. Gleichzeitig erweitern die Kinder ihr Sachwissen um ein Tier.

Was hat dieses Projekt bisher gebracht? 

Sprachbehinderte Kinder sind nicht nur im Hinblick auf ihre Sprache in den verschiedensten Ebenen beeinträchtigt. Sie haben häufig Probleme in der Motorik, den verschiedenen Wahrnehmungsbereichen, der sensorischen Integration und in der Schätzung ihres Selbstwertes. Ihre Kommunikation ist durch die Erfahrung von Frustration oft gestört. Für jeden Teilbereich gibt es Förderangebote. Optimal sind Angebote, die viele Teilbereiche miteinander verbinden und damit der ganzheitlichen Förderung gerecht werden.

Das Reitprojekt bietet diese Form der ganzheitlichen Förderung und hat deshalb bereits schon viel bewirkt. Die Kinder waren bisher hoch motiviert und hatten sehr viel Freude bei dem Projekt. Die positiven Erfahrungen zeigten sich in vielfältigen Äußerungen, aber entscheidend war für jedes Kind die individuelle Erfahrung mit dem Pferd und die Hilfe, die ihm durch Mitschüler zuteil wurde. Die soziale Erfahrung des Miteinanders und das Wissen: Jemand führt mich, jemand achtet auf mein Zeichen, vermittelt eine große Sicherheit.