Beratungs- und Förderzentrum Darmstadt Süd

Seit dem Schuljahr 2012/13 ist die Herderschule regionales Beratungs- und Förderzentrum (BFZ). Ihren BFZ -Auftrag erfüllt sie in Zusammenarbeit mit der Mühltalschule in Eberstadt. Hauptaufgaben des Beratungs- und Förderzentrum sind:

– Die Durchführung von Vorbeugenden Maßnahmen (VM)

– Die sonderpädagogische Unterstützung von Kindern mit Anspruch auf sonderpädagogische Förderung im Rahmen der Inklusiven Beschulung (IB).

 

Vielfältige Ursachen können zur Folge haben, dass eine Schülerin/ein Schüler in der Gefahr steht, den Anforderungen in der Allgemeinen Schule nicht mehr gewachsen zu sein. Reichen die Möglichkeiten der Regelschule hier nicht mehr aus, kann sonderpädagogische Unterstützung notwendig sein. Diese umfasst die Vorbeugenden Maßnahmen (VM).

Ist eine Schülerin/ein Schüler so umfassend beeinträchtigt, dass er auch mit zeitlich begrenzten sonderpädagogischen Hilfen nicht erfolgreich nach den Regelschullehrplänen unterrichtet werden kann, so kann ein Kind beim Vorliegen von außerschulischen Gutachten direkt in der Förderschule angemeldet werden.

 

Ansonsten kann auf der Grundlage einer Förderdiagnostischen Stellungnahme durch einen Förderausschuss ein Anspruch auf Sonderpädagogische Förderung festgestellt werden. Dabei gibt es zwei Lernorte, an dem der Anspruch auf Sonderpädagogische Förderung erfüllt werden kann: Die Förderschule oder im Rahmen der Inklusiven Beschulung die Regelschule. Die Beschulung an der Regelschule unterliegt bei lernzieldifferenter Beschulung dem Ressourcenvorbehalt.

 

Soll der Anspruch im Rahmen der Inklusiven Beschulung (IB) umgesetzt werden, so unterstützen Lehrkräfte die Regelschullehrkräfte in dem unten genannten Zuständigkeitsgebiet. Manchmal benötigt ein Kind noch zusätzliche Hilfen in Form einer Teilhabeassistenz. Hierfür ist nicht das BFZ, sondern das Jugendamt zuständig. Das Jugendamt benötigt hierzu medizinische / psychologische Gutachten z.B. durch ein Sozialpädiatrisches Zentrum oder die Kinder- und Jugendpsychiatrie.

 

Mit den Vorbeugenden Maßnahmen und in der Inklusiven Beschulung sind wir für folgende Schulen zuständig:

– Wilhelm-Hauff-Schule

– Ludwig-Schwamb-Schule

– Andersenschule

– Frankensteinschule

– Friedrich-Ebert-Schule

– Heinrich-Heine-Schule

– Bessungerschule

– Mornewegschule (Grundschule)

– Käthe-Kollwitz-Schule

– (Elly-Heuss-Knapp-Schule, derzeit noch vom BFZ Nord bedient)

– Gutenbergschule

– Wilhelm-Leuschner-Schule

– Mornewegschule (Gesamtschule)

– Viktoriaschule

– Lichtenbergschule

– Georg-Büchner-Schule

 

Vorbeugende Maßnahmen (VM)

 

Das regionale BFZ führt die vorbeugenden Maßnahmen im Bereich der Förderschwerpunkte Sprache und Lernen, ab Klasse 8 auch im Bereich der schulischen Erziehungshilfe durch.

 

Ziel unserer präventiven Maßnahmen ist es, unter der Einbeziehung des Umfeldes des Kindes dahingehend zu beraten, Hilfemaßnahmen anzuregen und ggf. auch zu

fördern, so dass die Schüler an der Regelschule erfolgreich mitarbeiten können.

 

Hierzu werden die Grundschulen im Rahmen der Schulanmeldung dabei unterstützt, Eltern von Kindern mit erheblichen sprachlichen Entwicklungsverzögerungen bereits vor der Einschulung bezüglich möglicher medizinischer Diagnostik, Therapie- und Förderangebote zu beraten. Hierzu wird ein Screening angeboten.

 

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Unterstützung der Kollegen/innen der Vorklassen, der ersten Klassen und der 5. Klassen an Haupt-/ Real- und Gesamtschulen, die rechnerisch pro Klasse eine Stunde pro Woche durch eine Förderschullehrkraft erhalten. Hiermit soll den besonderen Herausforderungen der Übergänge begegnet werden und geholfen werden, frühzeitig präventive Hilfen zu installieren.

 

Wird vermutet, dass Schüler/innen besonderer sonderpädagogischer Hilfen bedürfen,

so kann durch die Schule oder die Eltern ein Antrag auf Beratung gestellt werden.

Das Beratungsangebot kann dabei folgende Elemente umfassen:

– Austausch mit Lehrkräften

– Unterrichtsbeobachtung

– Sprachstandserfassung

– Lernstandsdiagnostik

– Erfassung von Teilleistungsstörungen

– Anregung von außerschulischen Therapien bzw. Förderangeboten

– Arbeit in Kleingruppen oder Einzelarbeit zur Sprachentwicklung, phonologischer Bewusstheit, Mengen bzw. Zahlbegriff, Fachbegriffen etc.

– Beratung bei dem Einsatz und der Beschaffung geeigneter Lern bzw. Anschauungsmittel

– Elternberatung

– Koordination der schulischen und außerschulischen Unterstützungsverfahren

– Beratung zum Nachteilsausgleich

– Beratungsberichte

– Empfehlung zur Prüfung des Anspruchs auf Sonderpädagogische Förderung

 

Für Schüler/innen, deren Förderschwerpunkt im Bereich der schulischen Erziehungshilfe liegt, ist das Zentrum für schulische Erziehungshilfe zuständig, für die übrigen Förderschwerpunkte sind überregionale BFZ zuständig.

 

Inklusive Beschulung (IB)

 

Bereits die VM erfordern eine intensive Zusammenarbeit der Regelschul- und Förderschullehrkräfte.

Bei der Inklusiven Beschulung arbeiten darüber hinaus Teilhabeassistenten/innen, Förderlehrer/innen der Regelschulen, außerschulische Therapeuten, sozialpädagogische Familienhelfer etc und Eltern an der Förderung der Schüler/innen mit Anspruch auf sonderpädagogische Förderung. Für eine erfolgreiche Arbeit ist daher eine Vernetzung der Förderung von höchster Bedeutung.

Die Aufgabe der Koordination und Kooperation von Förderung bedarf daher übergeordneter Absprachen bezüglich der Organisation, personeller Konstanz, der Teamentwicklung etc.

Im Rahmen unserer zeitlichen Ressourcen bemühen wir uns um solche Absprachen.